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11 Tipps um Familie, Beruf und Training unter einen Hut zu bringen

Von Fettklops
13. Januar 2020
7 Minuten Lesen

Du arbeitest 50 Stunden pro Woche? Hast zu Hause Frau und Kinder die Dich unterstützen aber auch fordern? Du hast ein Ziel auf das Du dennoch erfolgreich hintrainieren willst? Dann findest Du hier meine Tipps, wie Du alles erfolgreich unter einen Hut bringen kannst! Denn Du bist nicht allein!

Du hast keine Familie und keinen Job? Und keine Freunde? Glückwunsch. Du kannst hier aufhören zu lesen. Konzentrier Dich gefälligst auf Dein Training! Alle anderen dürfen gerne von meinen Tipps profitieren 🙂

Während meiner Vorbereitungszeit für den Ötztaler 2019 musste sich meine Familie zunächst auf die neue Situation einstellen. Meine Frau und ich haben zu Beginn viel Zeit damit verbracht die optimale Vereinbarung zu finden. Wichtig ist, dass Deine Familie hinter Dir steht und das Vorhaben unterstützt.

Tipp 1: Sprecht miteinander

Der allerwichtigste Tipp! Denn Du brauchst Deine Familie (und auch Dein Umfeld). Du kannst jetzt alle Unterstützung gebrauchen die Du bekommen kannst. Sprich mit Deiner Frau / Freundin und Deinen Kindern wie Du Deinen geplanten Trainingsalltag am besten in die Familie integrieren kannst. Sei tolerant wenn Deine Frau Abends auch mal etwas von Dir haben möchte, denn Du forderst auch viel ein wenn Du 10 Stunden und mehr pro Woche neben Job und Familie trainieren willst.

Auch mit Deinem Arbeitgeber solltest Du rechtzeitig sprechen, wenn Du aufgrund von geplanten grossen Touren einige Wochenenden lang nicht zum Pikett-Dienst erscheinen kannst und auch für sonstige Notfälle eigentlich nicht verfügbar bist.

Erzähl Deinen Freunden von Deinem Vorhaben und entschuldige Dich im voraus dafür, dass Du für einige Zeit nicht mehr so viel um die Häuser ziehst.

Tipp 2: Trainiere zu Randzeiten

Im Winter unter der Woche relativ einfach zu beherzigen, denn Werktags kommst Du sowieso kaum zum trainieren wenn es hell ist. Darum wird das Training auf die heimische Rolle verlagert und Du kannst trainieren wenn die Familie im Bett ist. Unsere Kinder liegen spätestens um 20:00 im Bett und während meine Frau genüsslich Bettys Diagnose oder Zwischen Tüll und Tränen schaut (und sowieso ihre Ruhe möchte), habe ich locker ein bis zwei Stunden Zeit meine Intervalle zu fahren.

Alles was unter der Woche Abends länger als 120 Minuten ist, bespreche ich am Vortag mit meiner Frau. Und in der Regel bekomme ich ihren Segen. Du hast vor "noch schnell spontan" länger als 2 Stunden zu trainieren? Bad Idea! Spätestens nach 60 Minuten fängt Deine bessere Hälfte Dich zu löchern, wann Du endlich fertig bist.

Tipp 3: Verpack es anders!

Du hast Dir vorgenommen abzunehmen oder möchtest einfach nur fitter werden und Deine Frau hat Dir grundsätzlich ihre Unterstützung zugesagt? Prima!

Dann kannst Du Dich darauf berufen, wenn Du mal wieder in den Keller musst 🙂 Allerdings solltest Du dieses Argument nicht überstrapazieren.

Ein weiteres schönes Argument ist die Ausgeglichenheit. Die zwischenzeitlich erreichte Trainingsroutine macht dich bei Job und Familie entspannter.

Tipp 4: geh nicht von 0 auf 100

Ähnlich wie bei meinen Trainingstipps (10 Fehler die Du nicht machen solltest wenn Du einen Radmarathon finishen willst) darfst Du nicht einfach vom Couch Potato zum Modell-Athleten mutieren. Dein Umfeld muss sich erst daran gewöhnen. Starte bei 3 Trainingseinheiten pro Woche, zu Zeiten die Dein Umfeld gar nicht bemerkt - also geh beispielsweise morgens vor der Arbeit eine Stunde auf die Rolle oder jogge am Wochenende zum Bäcker im Nachbarort.

Sobald sich der erste Gewöhnungseffekt einstellt, kannst Du langsam den Umfang steigern 🙂 Das nennt sich dann wohl Gewohnheitsrecht. Du darfst nur nicht zu schnell überziehen...

Tipp 5: Versteif Dich nicht auf ein Thema

Du kennst bei Gesprächen nur noch ein Thema? Du surfst nur noch auf fit-for-fett, einschlägigen Rennrad-Foren oder prüfst zum 1.000ten Mal ob das Aeroad 2020 endlich bei Canyon verfügbar ist... böser Fehler!

Spätestens beim dritten mal, wenn Du bei Deinen Freunden ganz beiläufig erwähnst, dass Du diese Woche schon 4 mal Alp du Zwift gefahren bist, gehst Du ihnen damit auf den Keks - zumindest sofern sie nicht selbst begeisterte Radsportler sind.

Tipp 6: Vergiss deine Freunde nicht!

Auch das restliche soziale Umfeld darf trotz Training nicht zu kurz kommen. Du hast am Wochenende einen freien Tag und Deine Familie ist zufällig auch unterwegs? Dann klink Dich nicht auf der Couch aus, sondern verabrede Dich mit Deinen Freunden!

Tipp 7: Vernachlässige Deinen Brötchengeber nicht!

Wir haben ein teures Hobby! Und Deine Familie würde es Dir nie verzeihen wenn Du wegen des Trainings Deinen Job verlierst! Also fang nicht an deinen Beruf zu vernachlässigen. Das geht mittelfristig nach hinten los!

Gesetzte Termin musst Du weiterhin zuverlässig einhalten. Gibt es Aufgaben die auch ausserhalb des Büros flexibel erledigt werden können? Perfekt, dann mach das auf der Couch oder während des Rollentrainings.

Tipp 8: Sei nicht zu egoistisch

Der Frühling steht vor der Türe. Du bekommst Newsletter an Newsletter die Dich zum Trainingslager nach Mallorca einladen? Verwirf den Gedanken! So schön er auch sein mag. Das Verständnis wird bei Null liegen - ausser Deine Familie teilt Dein Hobby!

Besser: schlag Deiner Familie vor in den Pfingstferien eine Finka mit Freunden zu buchen - dass einer dieser Freunde auch Radfahrer ist solltest Du nicht extra erwähnen... Organisier Dein eigenes Trainingslager. Du wirst sehen, in den Ferien kannst Du Dich prima mit Deiner Familie arrangieren wenn Du trainieren gehen möchtest. Eine Intervall-Einheit morgens um 7. Zurück kommst Du mit Brötchen. Und dann nochmal Abends für 2 bis 3 Stunden während die anderen den Pool geniessen.

Glaub mir - habe ich so bereits praktiziert und neben Familie auf Mallorca innerhalb von 6 Tagen fast 700 Trainingskilometer und etliche Laufstunden abspulen können ohne dass irgendjemand zu Kurz kam. Ja, für Dich selbst ist es Stress, weil Du nach der Einheit nicht erstmal ausruhen kannst, aber hey, das ist Trainingslager 🙂

Ähnliches gilt für Dein Training zu Hause. Auch wenn Du wegen Bombenwetter zu Frühlingsanfang den ersten Alpentag des Jahres geplant hast, akzeptiere, dass Deine Familie andere Pläne hat und lieber wandern gehen möchte! Im Frühling muss sich Deine Trainingsroutine mit langen Ausfahrten nach dem langen Winter erst wieder etablieren. Starte auch hier nicht von 0 auf 100. Geh es ruhig an. Deine Familie hat ein Recht auf Dich.

Tipp 9: Erledige andere (für Dich wichtige) Dinge nebenher

Ein Fatmax Training eignet sich hervorragend um anderen Kram nebenher zu erledigen. Dafür eignet sich der Wahoo Bike Desk prima. Nicht ganz günstig, aber ein stabiler Ständer für Dein Notebook.

Wenn ich Abends noch Emails bearbeiten muss, mache ich lieber etwas früher Feierabend und verbringe die gewonnene Zeit mit meinen Kindern. Diese Zeit hole ich dann mit relativ einfachen Aufgaben direkt auf der Rolle nach. So geht die Zeit auch deutlich schneller rum.

Tipp 10: Erledige die Taskliste Deines Partners

Die Ehemänner wissen wovon ich schreibe: man bekommt regelmässig von seiner Partnerin Tasklisten. Da sind dann teilweise auch Aufgaben drauf, die dringend erledigt werden müssen und ein wenig Hirnschmalz bzw. den Computer benötigen. Also, Bike Desk nutzen und diese Tasks auf der Rolle abarbeiten.

Und wenn es Tasks gibt, die man nicht auf der Rolle abarbeiten kann, dann versuche jeden Tag vor dem Training eine Aufgabe zu erledigen und vor dem Training deinem Partner das Ergebnis zu präsentieren. Das schafft "Good Will"

Tipp 11: Geniesse die Rennen

Du hast alle Tipps berücksichtigt? Dann solltest Du einen Puffer an Good Will bei Deiner Familie haben und nun sicher auch das Recht haben die geplanten Rennen zu geniessen. Besprich mit Deinem Partner bei weiter entfernten Rennen, dass Du 2 Tage früher anreisen kannst. Du wirst sehen, wenn Du in der Vorbereitung einige Zugeständnisse gemacht hast, fällt es in der heissen Zeit viel leichter von der Familie die ersehnten Freigaben für tolle Rennen zu bekommen.

Das hast Du Dir jetzt wirklich verdient!

Comments

Titanic

insbesondere Tipp 11 werde ich gerne berücksichtigen 🙂

Fettklops

hehe… wer nicht 🙂

Elena

Wie im Facebook bereits beschrieben… oft ist Kommunikation das Problem. Allerdings dann auch auf ganz anderen Ebenen!

Danke für die erheiternden Artikel 🙂

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